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2010
2025

goldengrün

 

 

gol | den | grün
I. Kleinschreibung
a) das; -s, – (duisburger Klub für Trink-kultur, Saumseligkeit wie auch Tanzwut)
b) (duisb. für Befindlichkeit resultierend aus oben beschriebener Gemengelage)
c) das; -s, – (Radio -: klubeigener Radiosender unter www.goldengrün.de).
II. Großschreibung: der; -s, – (Hauscocktail im Klub – bestehend aus Basilikum, Gin, Zitronensaft, Läuterzucker und Danziger Goldwasser.)

Ein Wohlfühl-Wohnzimmer mitten in der Innenstadt – das war die Idee hinter der Bar, der Kneipe und dem kleinen Club samt Radio-Sender, dem „goldengrün“.

Und sie ist aufgegangen. Wenigstens für die Stammgäste, die das Aus 2015 heftig beklagten. Und immerhin auch fast über die ganzen zum Start anvisierten fünf Jahre. So lange gaben sich Bartosz Kwiecinski und Thomas Amshove als sie 2010 an den Start gingen. Dabei machten Sie aus dem kleinen Schlauch auf der Realschulstraße, mit Rotlicht-Vergangenheit das „goldengrün“. Mit alten Möbeln, einer auch damals schon herrlich altmodisch-goldig grünen Tapetenauswahl und Bartender Dirk Bremmenkamp als dritten Partner. 

Dirks Vorstellung vom „goldengrün“ konnte man genießen: Gin, Basilikum-Blätter, Zitronensaft und Danziger Goldwasser gaben dem Hauscocktail Farbe und Schuß.

Jeden Abend war anfangs auf – von 20.00 bis 05.00 zumeist. 

Jeder Abend hatte ein kleines Motto:

Lesungen oder Theater, Theken-Kneten mit Bartosz, der eine Physio-Ausbildung mitbrachte, „Ohrenbaden“ mit ruhigeren DJ-Sounds und zum Wochenende dann auch Konzerte und Partys samt abschließenden Tatort-Rudelgucken sonntags. Das meiste Programm wurde zudem als Internet-Radio live gestreamt. 

Saumseligkeit fand so im Dellviertel ebenso ein Zuhause wie die lokale Tanzwut.

Ärger mit Nachbarn gab es nur vereinzelt. Ein Anwohner zog gar freundlicherweise gezielt um, um der Kultur in Duisburg nicht im Weg zu stehen.

Obwohl es es daheim so schön war, zog es die Crew manchmal vor die Tür: bei der letzten Isfort-Traumzeit 2011 bespielte das „goldengrün“ einen eigenen Bereich samt Party-Nacht. Zur Extraschicht mischte man ebenso mit, wie 2012 bei den Duisburger Aktzenten. Beim ersten Platzhirsch-Festival 2013 war das Team auch am Start: auf dem Platz, wie als Live-Bühne: „Kokomo“ spielten vielleicht das lauteste Konzert in der Club-Geschichte.

Jacques Palminger mit dem 440 Hz-Team, Christine Sohn und Hans Nieswandt blieben neben vielen anderen Künstler:innen ebenfalls in Erinnerung. 

Und dann war Schluß. Die Belastung zum Teil neben einem normalen Job den Club zu bespielen, erwies sich als zu hoch.  

Es folgte ein Aufschrei in der „Gemeinde“, nicht nur bei Facebook.

Und an der Realschulstraße 10 das „Muster-Zimmer“ von Ata Anlan. 

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