Karibisches Flair in Duisburg? Gab es mal. Vom Jahr 2000 bis circa 2008.
Wie es dazu kam, erzählt uns Carsten Klebe, der seinerzeit bereits das Graefen führte:
„Ende der 90er sprach mich Peter Schiel an und fragte mich, ob ich Interesse an einem weiteren gastronomischen Projekt hätte. Das Cafe Graefen lief damals super und Peter war häufiger an den Samstagen zu Gast, an denen ich hinter der Theke arbeitete. Nachdem wir uns bei einer ersten Zusammenarbeit beim Kulturfestival „Freche Zeche“ im August 1999 kennengelernt haben, war klar, dass wir weiter zusammenarbeiten wollten und machten uns auf die Suche nach einem festen Standort in Duisburg.
Peter war Fan von lateinamerikanischer Musik und mich hatte der Auftritt von Vieja Trova Santiguera beim Zechen-Festival sehr angesprochen. Also verdichtete sich bei uns der Gedanke diese Idee in ein handfestes Projekt umzuwandeln. Der Film „Buena Vista Social Club“ von Wim Wenders gab dem Thema kubanische Musik und Tanz noch einmal zusätzlichen Aufschwung und wir machten uns daran, ein geeignetes Ladenlokal in der Duisburger Innenstadt zu suchen.
Ein paar Wochen später waren wir bei Juan zu Besuch im Dosendschungel und auch wenn die Idee Dosenbier aus einem Theken-Käfig zu verkaufen, extrem kultig war, lief der Laden auf der Musfeldstr. 26 nicht so, wie von Juan und seiner Frau gewünscht. Wir starteten die Gespräche und fanden eine Einigung, wie wir das Projekt Havanna gemeinsam umsetzen konnten.
Im März 2000, wahrscheinlich am 18ten, fand die Eröffnung des „frisch“ renovierten Ladenlokals statt. Das Interieur, die Wand- und Bodengestaltung sollten möglichst funktional und improvisiert sein. Unser knappes Budget nötigte uns dazu, aber es war auch genau das, was wir zu erreichen wünschten: etwas Kuba nach Duisburg zu bringen. Und die Idee ging auf.
Wir wurden tatsächlich überrannt und hatten uns innerhalb kürzester Zeit zu einem festen Bestandteil des Duisburger Nachtleben gemausert. Es war großartig und wir konnten einige Jahre, solange der Hype für lateinamerikanische Musik bestand, mit Parties und Tanzkursen etwas von diesem Lebensgefühl einfangen. Juan und seine Frau hatten das gemeinsame Projekt 2001 verlassen und wir führten die Bar mit Restaurant und Discothek an den Wochenenden weiter.
Im Jahr 2003 eröffneten wir dann noch das Havannita am Dellplatz und rundeten mit dem großen Biergarten im Schatten der St. Joseph Kirche (der uns so sehr am Havanna fehlte…) unser Angebot für die Gäste ab. Liegestühle, Sand, Baumhaus und Cocktails aus der Strandbar waren der perfekte Ort, um an einem lauen Sommertag den Abend ausklingen zu lassen.
Das Hundertmeister, das Filmforum und das Webster waren unsere direkten Nachbarn und wir bildeten gemeinsam den damals größten Biergarten von Duisburg. Im Eröffnungsjahr wurden wir mit einem Jahrhundertsommer belohnt und 2004 übertrugen wir alle deutschen Spiele der Fußball-EM. Und falls es jemand vergessen hat… Griechenland wurde damals Europameister 😉 Was ein Sensation!“
Carsten und Peter stiegen 2006 aus dem Havanna aus, Dirk Bremmenkamp führt es noch ein wenig fort, ehe er beim goldengrün die Cocktails mixte und später noch das edel in Neudorf mit gründete.