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2025

Alte Feuerwache

Die alte Feuerwache Hochfeld ist wie ein Mahnmal für die Duisburger Soziokulturpolitik in der Nach-Eschhaus-Ära. Und nicht zwingend eine Erfolgsgeschichte.

Bereits in den Achtzigern kam aus einem Uni-Projekt die Idee auf die Feuerwache als Bürgertreff nutzen zu wollen.  Rund um den Umzug der Rettungskräfte nach Duissern in den 1990er Jahren war sie schon genauso das erklärte Ziel der alternativen Kulturschaffenden, wie für die nächste Generation 20 Jahre später, ehe sich die Türen zum Stapeltor öffneten.

In den Neunzigern hatten sich verschiedenste Künstlergruppen zusammengeschlossen und Hoffnungen gehabt, die Räumlichkeiten samt der großen Fahrzeughallen bespielen zu können. Stadt und Gebag hatten aber andere Pläne, boten etwas später das HundertMeister am Dellplatz an – was der Trägerverein mit dem nicht zufälligen Titel „Feuerwache 1 e.V.“ dann führte.

Auch später gab es einige, den Interessen der Szene entgegenstehende Ideen und weiter Leerstand – trotz der ab 2004 eingesetzten Förder-Mittel vor allem von Land und EU zum Umbau mit genau diesem Ziel: mitten in Hochfeld einen geförderten kulturellen Treff für Alle anzubieten, als Teil von „Soziale Stadt NRW“ mit der Zweckbestimmung „Interkukturelles Zentrum“ unter Leitung der Entwicklungsgesellschaft Duisburg (EG Du).

Von der Eröffnung im Sommer 2007 bis 2010 gab es den ersten Versuch, die Wache soziokulturell zu gestalten. Es fanden Konzerte, Treffpunkte und Kabarett-Veranstaltungen statt.  Der Jazz erhielt kurz eine neue Heimat in der Stadt. Bei allerdings „struppigen organisatorischen Verhältnissen in Haus und Verein“, wie es Eckart Pressler beschreibt. Der erinnert sich unter anderem an ein Klavierkonzert, dem kurzfristig die Tastatur abhanden kam. Aus Verärgerung, dass Pressler den geliehenen Flügel extern stimmen ließ, nahm der Eigentümer die Tastatur mit – wenige Stunden vor dem Auftritt von David Helbock. Immerhin: Es gelang spontan Ersatz zu besorgen.

Doch nicht immer lief es ’so glatt‘ – da vor allem der zu 90% fremdfinanzierte Umbau budgetiert war und weniger das zu gestaltende Programm, meldete der Verein 2010 Insolvenz an. Pressler hatte dies bei seinem Engagement  kommen sehen und eine Aktennotiz zur „illusorischen Konzeption des Projekts Alte Feuerwache“ hinterlegt.  

In der Folge nahmen die sozio-kulturellen Programmpunkte weiter ab, die Nachfolge-GmbH bot mehr Seminare denn Konzerte an und musste schließlich auch dichtmachen. Und die Stadt hatte 2017 über 2,1 Millionen € als Fördergelder an EU und Bund zurückzuzahlen, da der eigentliche Fördergrund nicht ausreichend Berücksichtigung gefunden hatte, wie die Bezirksregierung schon 2014 beanstandete.

So stand sie wieder leer, die Wache. Versuche, sie auf dem Weg zu einem neuen soziokulturellen Zentrum nutzen zu können, scheiterten selbst für kurzfristige Maßnahmen, wie das Bündnis „Du erhält(st) Kultur“ 2019 erlebte. Aktionen fanden nur vor den verschlossenen Türen statt, seit 2022 ist die AWO Mieterin – und Räumlichkeiten können teilweise auch über die Gebag gebucht werden.

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