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1961
2025

Europa Palast und
Europa-Filmstudio

Der Europa-Palast in Duisburg, später Europa-Kinocenter, eröffnete am 12. Oktober 1954 im neu errichteten Europa-Haus an der Düsseldorfer Straße. Architekten waren Paul Bode und Peter Poelzig. Das Gebäude entstand auf den Ruinen des alten Börsengebäudes und beherbergte neben dem Kino auch Büros, Wohnungen, Gastronomie und ein Keller-Kabarett. Seinen Namen erhielt es durch ein Europa-Fassadenbild, das später unter einer Verkleidung verschwand.

Der große Saal bot anfangs rund 1.190 Sitzplätze, eine breite CinemaScope-Leinwand, eine Bühne sowie modernste Projektionstechnik. Kurz nach der Eröffnung kam im Tiefgeschoss das Europa-Filmstudio mit ca. 370 Plätzen hinzu, dessen asymmetrische Deckengestaltung für hervorragende Akustik sorgte. Betreiber war zunächst der Kinounternehmer Hans Eckelkamp, dessen Haus ab 1962 Mitglied der Gilde deutscher Filmkunsttheater wurde und verstärkt internationale Autorenfilme zeigte.

1975 wurde der große Saal in zwei Spielstätten geteilt, 1993 übernahm die UFA und baute auf vier Säle um. Unter dem Namen Europa-Kinocenter lief bis in die 2000er-Jahre ein Mix aus Mainstream- und Programmfilmen. Doch die Konkurrenz moderner Multiplex-Kinos am Hauptbahnhof setzte dem Traditionshaus zu. 2003 gab der langjährige Betreiber Goldermann & Riech auf, ein Hamburger Betreiber hielt sich nur bis 2005 – dann endete der Kinobetrieb.

In den Folgejahren wurde das Gebäude für Theateraufführungen und den High5Club genutzt. Trotz verschiedener Zwischennutzungen konnte der Komplex nicht dauerhaft belebt werden und 2021 wurde das sanierungsbedürftige Gebäude nach längerem Leerstand abgerissen.

Über fünf Jahrzehnte war der Europa-Palast wichtiger Bestandteil in Duisburgs Kinolandschaft – bekannt für große Premieren ebenso wie für Filmkunstprogramme und Wiederaufführungen klassischer Werke.

Quellen

Kinokompendium Duisburg – kinokompendium.de Filmtheaterarchiv – filmtheater.square7.ch
Der Westen, WAZ Duisburg (Abrissmeldung 2021)
Alle Kinos – Website (http://www.allekinos.com/DUISBURGEuropa.html)
Archivfotos: Stadtarchiv Duisburg

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