Das Mono entstand ca. 1996 auf der Neue Fruchtstraße 16 hinter dem Hauptbahnhof. An dem Ort, wo vorher auch bereits die Gaststätte Rupp und das Meta Luna 5 beheimatet waren.
Der leider viel zu früh verstorbene Joerg „Zappo“ Zboralski und Bernd Breitbach mieteten sich gemeinsam mit anderen Aktivisten*innen dort ein. Zappo und Bernd hatten vorher bereits phasenweise im Hollywood Arthouse-Kino im Averdunk gewirkt. Dort hatten sie das Kino in Teilen zu einem Club mit DJ-Abenden und Konzerten transformiert.
Diese Club-Idee wurde im Mono weiterverfolgt. Die Macher*innen verstanden das Mono als „open house“, so dass neben den Veranstaltungen des Kernteams auch Platz für weitere Aktivitäten war. Verbrieft sind zum Beispiel Kindertheater-Aufführungen. Auch Straight Edge Bands spielten im Mono, während Zappo hinter der Theke hockend heimlich eine Zigarette paffte. So erinnerte sich Zappo später selbst an diese Episode.
Auch eine Frisörin von ehemaligen Frisör-Kollektiv „Kahlschlag“ am Dellplatz fand ihren Platz im Mono. Tom Liwa von den Flowerpornoes kann hierzu eine Anekdote beisteuern: Der Musiker Nikki Sudden klaute – warum auch immer – nach seinem Auftritt im Mono die Haarschnitt-Preisliste.
Im Mono fanden zahlreiche DJ-Abende und Konzerte statt. Dank der guten überregionalen Vernetzung der Macher*innen, insbesondere in Richtung Hamburg, gab es eine ganze Reihe hervorragender Gigs im Mono. Brüllen, Stereo Total, Console, Dackelblut, Die Aeronauten und Carnival of Souls sind Beispiele hierfür.
Bemerkenswert ist auch die Fußball-Affinität des Mono. Der Club hatte mit dem Mono-Zebras einen eigenen MSV-Fanclub, den Aktivist Luchti sogar im Wedau-Stadion in einer Halbzeitpause auf dem Rasen vorstellen durfte. Ein Bild zeigt „Kiesel“ anlässlich des Pokal-Finales gegen die Bayern in der Milchbar in Berlin-Kreuzberg mit dem Fanclub-eigenen Kapuzenpulli. Eine eigene Mono-Thekenmannschaft unterstrich die Fußball-Affinität zusätzlich.
Irgendwann im Jahr 1998 schloss das Mono dann. Die befragten Protagonisten*innen können sich an das konkrete Datum nicht erinnern und auch der genaue Grund ließ sich bisher nicht eindeutig klären. Vermutlich hing das Ende mit dem geplanten Abriss des Gebäudes und einem Neubau zusammen. Ein Neubau, der bis zum heutigen Tag nicht Wirklichkeit geworden ist.
Zappo setzte seine Arbeit später dann im HundertMeister fort. Dort betrieb er die Galerie Mini und setzte zahlreiche Akzente im Booking des Hundertmeister. Die Konzerte wurden im HundertMeister-Programm mit dem Gütesiegel „Mono“ versehen.
Foto oben [2025]: T. Gallie | Foto oben [1998]: Carsten Kieslich