Das „Pampus“ ist wie eine besondere Zeitmaschine.
Durch den Eingang der Eckkneipe tritt man mit einem Schritt gleich in ganz viele Zeiten.
Im Hier und Jetzt trifft man an der Theke die Wirtin Mary und nicht selten Stammgäste aus den letzten Jahrzehnten. Aber auch die Jungspunde der MSV-Kohorte kann man kennenzulernen, die das „Pampus“ jüngst in einer Stadion-Choreographie tribünengroß verewigten.
Durch die Zweitausender bis zurück in die Neunziger Jahre führen die Plakate der letzten 33 Mau-Mau-Weltmeisterschaften – 1991 zum ersten Mal im Pampus ausgetragen. Ein großer Pokal hinter der Theke weist die Titelträger:innen auf, zur Teilnahme qualifiziert man sich übrigens per rechtzeitiger Anmeldung.
Aus den Achtzigern stammen diverse Kunstwerke wie auch eine große Skulptur von Dieter Pirdzun, dem 1988 eine Ausstellung posthum gewidmet war. Viele weitere lokale Künstler:innen, wie Arndt, Müller, Grundei oder Lipka und Koukouwitakis stellten gerne im Lokal aus, wie ein Blick ins Gästebuch und an die Wände verrät. Organisiert wurden die häufig von Günter Matczik, dessen Zeichnungen von Mary und Gästen wiederum das Thekenregal zieren. Auch nicht erst seit gestern.
Ums Eck findet man einen älteren Billardtisch mit ausgeblichenem Tuch und Wände voller Film- und Veranstaltungsplakate aus den ersten 50 Jahre, die Mary das „Pampus“ nun betreibt. Mit Bergmanns „Schweigen“, „The Kid“ und „Das Kabinett des Dr. Caligari“ hatten zumindest einige der verewigten „Klassiker“ ihre Premieren noch – zum Teil deutlich – vor der Eröffnung der quasi ersten und ganz sicher dienstältesten Studentenkneipe der Stadt.
1984 wurde das Pampus dann selber Drehort – in einem Schimanski-Tatort natürlich. Die Bavaria Atelier GmbH versicherte in der Vereinbarung die Dreharbeiten mit der notwendigen Sorgfalt durchzuführen. Hat geklappt, wie sich auch der damalige Innenminister beim Treff mit Götz George und Eberhard Feik versicherte.
Zur Historie: 1972 zog Mary noch mit ihrem Mann Erwin gastronomisch an die Realschulstraße, und eröffnete „Die Kneipe“ – ihr „Schalom“ (Tonhallenstraße) hatte zuvor Konzessions-Ärger bekommen. Noch vor der Scheidung nannte Erwin die Kneipe in „Pampus“ um – wie eine Festungsinsel im Ijselmeer vor Amsterdam. Seither ist Mary der sichere Hafen in Duisburgs Szene.
Ihr Erfolgsgeheimnis? Vielleicht nicht zu weit in die Zukunft blicken. Mary: „Eigentlich wollte ich das nur für fünf Jahre machen und habe dann lange auch immer nur um fünf weitere Jahre die Pacht verlängert.“ Jetzt, wo sie mit Anfang Achtzig noch immer hinter der Theke steht, verlängert sie nur noch Jahr um Jahr.